Zwischen 1999 und 2006 entstanden drei gemeinsame Projekte von Ursula Hentschläger und Zelko Wiener für das World Wide Web, die über eine Zeitachse zu einer Trilogie zusammengefasst wurden. Thematisch zeigen sie einen Spiegel unserer medialen Gegenwart (BINARY ART SITE), eine Idee von Zukunft (OUTER SPACE IP) und ein Bild von Vergangenheit (PHANTASMA). Die drei Figuren auf dem Schiff führen zu den einzelnen Arbeiten. Ihre Hände wollen zweimal aktiviert werden.


www.zeitgenossen.com erhielt im Lauf der Jahre zahlreiche Anerkennungen und wurde weltweit in Ausstellungen und auf Festivals gezeigt (Ars Electronica 2000 + 2005, MAP - Tokyo Museum of Photography 2004, FILE Sao Paulo 2000, 2001 + 2005, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München 2004 u.a.m.


Für die BINARY ART SITE wurde die Idee des „menüfreien Bildschirmes“ entwickelt. Große Aufmerksamkeit galt dem Phänomen audiovisueller Synchronizität im www.


In der OUTER SPACE IP ging es um den „navigationsfreien Bildschirm“. Es wurde ein erstes umfassendes Raumkonzept entwickelt und die Arbeit mit interaktiven Stimmen begonnen.


In PHANTASMA wurden (mindestens) zwei verschiedene Wahrnehmungsebenen gleichzeitig bespielt. Eine griechische Betonruine wurde zum interaktiven Denk- und Handlungsraum.


Die Arbeit an www.zeitgenossen.com wurde von einem Moment zum nächsten unterbrochen, als ein radikaler Herzinfarkt Zelko Wiener am 19.9.2006 das Leben nahm. Die letzte gemeinsame Arbeit an dem PHANTASMA-Modul HALA war gerade fertig geworden. Ein altägyptisches Paar aus dem KHM in Wien setzt sich in einem Kellerraum der Betonruine aus Versatzstücken zusammen und löst sich danach wieder in seine einzelnen Teile auf. PHANTASMA blieb insofern unvollendet, als HALA nur aus zwei und nicht wie geplant aus fünf audiovisuellen Animationsräumen besteht. Im Rahmen von FILE Sao Paulo 2008 wurde diese letzte Version ins Netz gestellt. Das Projekt ist seidem unverändert online.

Top Top of Page