Ursula Hentschläger • GRENZWERTE & LIBERARE • 2008, Simulationen für den öffentlichen Raum in MALO, I

Die Arbeit GRENZWERTE (1-4) entstand im Rahmen einer mit Astrid Esslinger geteilten Einladung in das Auslandsatelier DOMUS ARTIUM des Landes Oberösterreich im italienischen Malo 2008, die mit einem öffentlichen Atelierempfang und einer zweimonatigen Ausstellung im angrenzenden Museo Casabianca abgeschlossen wurde. Aus der Verbindung von Astrid Esslingers Schachtel- und den TextBildern entstand in der Folge die gemeinsame Arbeit LIBERARE (5-8).


Ursula Hentschläger • CAFE EUROPA • 2007, Simulationen für den öffentlichen Raum in Linz, A
Offizielles Vorprojekt für Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas

Im Zentrum der Arbeit steht die sprachliche Vielfalt in Europa. Exemplarisch wurden dafür jene 17 europäischen Staaten betrachtet, die weder Teil der EU noch des Schengener Abkommens sind. Diese Länderauswahl reicht von Albanien bis zum Vatikan. Als Metapher für ein sich bewegendes wie gleichzeitig statisches Europa sollten 17 Mobiles im öffentlichen Linzer Stadtraum installiert werden. Grundsätzlich standen zwei Herangehensweisen gleichwertig nebeneinander. Zum einen könnten Begriffe gewählt werden, die in allen Cafés gleich sind. In diesem Modell wird mit der Wahl der Begriffe auch eine inhaltliche Sichtweise transportiert und in der Rezeption entsprechend die dahinterstehende Geisteshaltung spürbar. Die zweite Möglichkeit, die in den Abbildungen auch mehrfach angedeutet wird, besteht in der Wahl (bzw. dem Finden) von Worten, die scheinbar deutsch sind. Das RAD der Zeit oder der GRAD an Nähe hat jedoch nichts damit zu tun, wenn es heißt: Imamo RAD (Wir haben ARBEIT) oder aber wenn von BEOGRAD, STALINGRAD, u.a.m. die Rede ist. GRAD steht hier auch für Stadt (Beograd ist dementsprechend auch die “Weiße Stadt” oder Stalingrad die “Stadt Stalins”). Dieses Modell könnte dazu führen, dass in der Rezeption zunächst ohne Mühe Verstehen angenommen, sich dieses aber im nächsten Moment als trügerisch herausstellen würde. Beide Modelle würden funktionieren und letztlich sollte sich die Wahl der Worte aus dem Prozess folgerichtig ergeben.


Ursula Hentschläger & Zelko Wiener • PHANTASMA :: TITANEN • Ars Electronica Center Linz 2005-2006, Fassadenbild | Großbilddruck

Ein Schöpfungsmythos in digitalen Zeiten: Am Anfang war das Chaos. Ihm entsprang Gaia, die Erdmutter und dieser wiederum Uranos. Gemeinsam zeugten sie das älteste Götter­ge­schlecht der griechischen Mythologie: 6 Titaninnen und 6 Titanen. Ihren Verbindungen (vorwiegend untereinander) entspringen alle an­de­­ren Göttinnen und Götter; auch die olympischen, die später mit Zeus an der Spitze die Macht übernehmen. So wurde die Welt er­schaf­fen. Schöpfungsmythen haben auch in digitalen Zeiten nichts an Aktualität verloren, denn das dahinterstehende Phänomen von der Erfindung ei­nes Mythos, der Bildung einer Religion und der Koppelung fiktiver Welt­schöpfungsmodelle mit realen machtpolitischen Interessen ist zeit­los. In Hinblick auf die Titanen kann davon ausgegangen werden, dass die Etablierung der ihnen nachfolgenden Olympischen Götter mit einem historisch-gesellschaftlichen Wandel von matriarchaler zu patriarchaler Kultur- und Geistesgeschichte einher ging.
Gesamtbildgröße: 1 Milliarde 52 Millionen 899 Tausend und 122 Pixel

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